Regeln zur Selbstmedikation

Die Selbstbehandlung mit Arzneimitteln aus der Apotheke wird vor allem zur Vorbeugung und bei leichten, plötzlich einsetzenden und oft nur kurze Zeit andauernden Gesundheitsstörungen mit klar erkennbaren Ursachen empfohlen.

Gelegentliche Kopfschmerzen in Stresssituationen, Nervosität und Schlafstörungen bei starker psychischer Belastung, Halsschmerzen, Schnupfen und Husten bei Erkältungen, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfung sind Beispiele für Erkrankungen, die bei vielen Patienten ohne ärztliche Untersuchung und Kontrolle erfolgreich behandelt werden können.
Vor allem Beschwerden mit Selbstheilungstendenz lassen sich in der Regel selbst kurieren.
Die Selbstmedikation ist am unproblematischsten, wenn Sie ausser der akuten, leichten Gesundheitsstörung keine weiteren Gesundheitsprobleme haben und keine anderen Arzneimittel regelmässig einnehmen. Ansonsten fragen Sie Ihren Apotheker, ob Sie Ihre Erkrankung selbst behandeln können oder ob Sie besser zum Arzt gehen sollten.
Damit der Apotheker das richtige Arzneimittel auswählen kann, muss er wissen, ob das Medikament für Sie selbst oder eine andere Person bestimmt ist. Ausserdem braucht er möglichst genaue Angaben zu Art und Verlauf der Erkrankung: Handelt es sich beispielsweise um einen Husten mit festsitzendem Schleim oder um einen trockenen Reizhusten? Seit wann bestehen die Beschwerden? Wann treten diese in der Regel auf? Sind Sie Allergiker?
Informieren Sie Ihren Apotheker über die bei einer ähnlichen Erkrankung eingenommenen Arzneimittel. Wegen der möglichen Wechselwirkung zwischen mehreren Medikamenten, müssen Sie Ihren Apotheker unbedingt darüber unterrichten, ob Sie zur Zeit noch andere, z.B. von Ihrem Hausarzt verschriebene oder rezeptfreie in einer anderen Apotheke gekaufte Arzneimittel einnehmen. Wenn Sie zusätzliche Medikamente gebrauchen, von denen Ihr Arzt oder Apotheker nichts weiss, kann die Wirkung der neuen Arzneimittel derartig beeinträchtigt werden, dass sie entweder keinen Erfolg zeigen oder sogar Schaden anrichten.

Bei der Selbstmedikation sollten Sie folgende zehn Regeln beachten:

  • Nicht immer gleich zu Tabletten greifen. Die Natur heilt vieles von selbst.
  • Vor der Selbstmedikation versuchen, möglichst die Ursache der Beschwerden herauszufinden. Das richtige Einordnen der Gesundheitsstörung ist die Voraussetzung der Selbstmedikation.
  • Niemals ein "beliebiges Medikament" schlucken. Nur eine gezielte Therapie verspricht erfolgreich zu sein.
  • Nicht mehrere Arzneimittel zur Selbstbehandlung gleichzeitig einnehmen, sonst lassen sich Wirksamkeit, Unwirksamkeit und Nebenwirkungen nicht dem einzelnen Präparat zuordnen.
  • Zurückhaltung ist geboten. Die Selbstmedikation ist nicht über einen längeren Zeitraum und ohne das Wissen des Arztes anzuwenden.
  • Jede Beschwerde ist mit einer möglichst niedrigen Dosis eines Medikaments zu behandeln. Die Einnahmevorschriften im Beipackzettel des Medikaments beziehungsweise die Anweisungen des Arztes oder Apothekers sind unbedingt zu befolgen.
  • Bei Beschwerden, die länger anhalten und sich durch die Selbstmedikation nicht innerhalb einer Woche deutlich verbessern, ist ein Arzt aufzusuchen.
  • Von der Selbstmedikation auszuschliessen sind: Bewusstseinstrübungen und -störungen, Lähmungen, erstmals auftretende Herzrhythmusstörungen, unklare Schmerzzustände im Bauch- oder Brustraum, alle Beschwerden während der Schwangerschaft.
  • Gesundheitsstörungen, die über sogenannte "Alltagsbeschwerden" hinausgehen, sollten Sie immer dem Arzt mitteilen.
  • Bei Unklarheit oder Zweifel über Art und Umfang der Erkrankung ist immer der Arzt oder Apotheker zu befragen.